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06 Mai 2021

Rezension: Hard Land

 

Autor: Benedict Wells
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 24.02.2021
Seiten: 352
Genre: Roman, Drama


Klappentext


Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt erwachsen zu werden.


Eine Hommage an die '80s-Coming-of-Age-Filme wie "The Breakfest Club" und "Stand By Me" - die Geschichte eines Sommer, die man nie mehr vergisst.


Inhalt

Sam ist ein typischer Außenseiter, ein Einzelgänger. Er hatte genau einen besten Freund, und der ist weggezogen. Er ist kleiner und schmächtiger wie andere Jungs in seinem Alter, hat Angststörungen und ist schüchtern. Seine Mutter ist schwer krank und das belastet die Familie sehr. Damit er die Probleme etwas vergessen kann wollen seine Eltern ihn über den Sommer nach Kansas zu seiner Tante und deren Familie schicken, aber Sam möchte nicht. Um nicht nach Kansas zu müssen und um den Problemen zu Hause aus dem Weg zu gehen nimmt er einen Aushilfsjob im Kino an. Hier lernt er drei junge Leute kennen, die für ihn bislang unnahbar waren. Sie sind älter als er und werden zum Ende des Sommers die Stadt verlassen um ans College zu gehen, aber davor verbringt Sam mit ihnen noch einen Sommer voller Höhen und Tiefen und voller Trauer und Liebe...

Meine Meinung

Das Buch beginngt mit dem Satz: "In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb." Das mag jetzt seltsam klingen, aber nach diesem Satz wusste ich, dass es mich mitreißen würde. Es wird komplett aus der Sicht von Sam in der ersten Person erzählt. Man erfährt so alles über ihn, über seine Gefühle, seine Zweifel, seine Ängste. Er ist ein sympathischer und absolut authentischer Hauptcharakter der den Leser mit auf die Reise durch den Sommer seines Lebens nimmt und dieser wird von da sein ganzes Leben prägen.

Benedict Wells versteht es, Sams Geschichte perfekt auf den Punkt zu bringen. Er erzählt teilweise banale und teilweise dramatische Lebensereignisse emotional und genau so, dass es den Leser einfach fesselt. Dabei sind alle Protagonisten absolut authentisch, einfach ganz normale Jugendliche mit ganz normalen Problemen. 

Das Buch ist von Anfang bis zum Ende wahnsinnig fesselnd und baut dabei eine ganz besondere Spannung auf. Es ist keine "Grusel-Spannung" wie in einem Thriller, sondern eher eine "Gänsehaut-Spannung", die den Leser durch die ganze Geschichte begleitet. Was auch daran liegt, dass es zu einer Zeit spielt, in der man nicht mal schnell Sprach- oder Textnachrichten verschicken konnte. Wenn man jemandem etwas zu sagen hatte der weiter weg war schrieb man einen Brief und man musste Tage lang auf eine Antwort warten (heut zu Tage fast undenkbar) und Sam schreibt oft Briefe. Und diese Kleinigkeit ist einer der vielen einfachen Aspekte, die das Buch spannend halten.

Fazit

Es passiert selten, aber manchmal gibt es Bücher, da weiß man schon auf der ersten Seite: Das wird mein Buch! Also ein Buch, bei dem einfach alles stimmt, mit dem man sich identifizieren kann und bei dem man nicht möchte, dass es endet. Tatsächlich gab es einige Parallelen was Sams und mein Leben angeht und ich denke, das ist auch einer der Punkte, warum die Geschichte bei so vielen Lesern so gut ankommt. Viele finden irgendetwas womit sie sich identifizieren können. Und Benedict Wells hat den perfekt Weg gefunden diese eigentlich recht einfache Geschichte so zu schreiben, dass sie fesselnd und absolut mitreißend ist. Es ist ein emotionales Buch, aber auch lustig. Die Geschichte einer Jugend eben, die man gelesen haben sollte. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall sehr gerne weiter, für mich war es ein absolutes Highlight und bestimmt nicht das letzte Buch des Autors.

6/6

26 Juni 2020

Rezension: Ich bleibe hier

Verlag: Diogenes
Autor: Marco Balzano
Erschienen am: 20.06.2020
Seiten: 288
Genre: Historischer Roman


Klappentext

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sein heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele.

Cover

Das Cover ist ein typisches Verlagscover, das sehr schön zum Inhalt des Buches passt. Aber man sollte wissen, dass die ganze Geschichte zwar auf den Bau des Staudamms ausgelegt ist, jedoch trotzdem nur einen eher geringen Teil des Geschehens ausmacht.

Inhalt

Im kleinen Örtchen Graun in Südtirol führte Trina von Kindheit an mit ihrer Familie ein wunderschönes Leben. Doch dann kamen Mussolinis Faschisten und alles wurde anders. Trina, die zusammen mit ihren Freundinnen Barbara und Maja das Lehrerdiplom besitzt, dürfen nicht unterrichten. Ein Pfarrer spricht sie darauf an, dass sie in Verstecken Deutschunterricht für Kinder geben können, denn Deutsch reden ist verboten. Die drei jungen Frauen lassen sich darauf ein, aber nicht für alle nimmt das ein gutes Ende.

In Graun hofft man derweil darauf, dass der Krieg den Ort von den Faschisten erlöst und das sie durch Hitler wieder frei sein können. Außerdem will ein Energiekonzern einen Staudamm bauen, wodurch das Dörfchen überflutet werden würde. Wer nicht freiwillig geht, soll Zwangsenteignet werden. In Graun hofft man, dass die Nazis sie nicht nur befreien, sondern auch den Bau des Staudamms verhindern.




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