Als großer Fan von guten deutschen Thrillern war ich sehr froh ein Rezensionsexemplar vom neuen Werk von Andreas Winkelmanns zweitem Ich Frank Kodiak zu bekommen. Ein wirklich sehr gelungener und simpler Thriller, den ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe.
Verlag: Droemer Taschenbuch
Autor: Frank Kodiak
erschienen am: 04.11.2019
Seiten: 368
Genre: Thriller
Klappentext
"Ich packe meinen Koffer... und nehme mit: Dich!"
Er tötet aus Rache. Er überlässt dem Zufall die Wahl seiner Opfer. Es könnte jeder sein...
Ich
nenne das Cover jetzt mal "normal". Es ist schlicht und mit
Reißverschluss und dem Blut auf Vorder- und Rückseite absolut passend,
aber irgendwie fehlt mir noch so der letzte Schliff.
Inhalt
Holger
Lühring ist Busfahrer bei einem Fernbusunternehmen. Als er in einer
kalten Dezember-Nacht erschöpft seine Fahrgäste in Bremen am Busbahnhof
raus lässt bleibt ein schwarzer Koffer im Laderaum liegen. Es gibt
keinerlei Hinweise darauf, wem der Koffer gehört, also öffnet er ihn.
Aber was er darin findet schockiert ihn. Säuberlich eingepackt in zwei
Plastiktüten befinden sich Teile eins menschlichen Körpers.
Olav
Thorn fährt als Ermittler zum Busbahnhof, er untersucht den Koffer..
Neben den Leichenteilen befindet sich noch ein fein säuberlich
gefalteter Zettel darin mit einer Nachricht. "Ich packe meine Koffer,
und auf die Reise geht...?". Und es soll nicht bei diesem einen Fund
bleiben. Der Täter reist weiter und während der Busfahrt sucht er sich
ein neues Opfer aus, dem er auflauert um ihm Gliedmaßen zu amputieren,
die er erneut auf die Reise schickt. Schnell wird klar, dass es sich um
einen Serientäter handelt. Olav Thorn und Ermittler aus anderen Städten
machen sich auf die Suche nach dem Täter, der die Busreisenden in Angst
und Schrecken versetzt, denn jeder könnte das nächste Opfer sein.
Meine Meinung
Die
Kapitel sind immer schön kurz, was ich generell sehr mag, so bleibt das
Buch abwechslungsreich. Überschrieben sind sie mit Datum und
Ortsangabe, da der Täter durch einige verschiedene Städte reist und es
wiederum in jeder Stadt andere Ermittler gibt, ist das sehr wichtig um
den Überblick zu behalten.
Es gibt
einige Handlungsstränge, wobei es mir bei einem etwas schwer viel ihn
einzuordnen. Irgendwann läuft aber alles zusammen, so dass es nicht zu
kompliziert wird. Erzählt wird in den verschiedenen Kapiteln über alle
möglichen Protagonisten. Der Hauptfocus der Ermittler liegt dabei auf
Olav Thorn, dazu kommt noch eine weitere Ermittlerin und auch aus Sicht
der Opfer wird erzählt. Hierbei entsteht immer eine besondere Spannung
und man verfolgt das Geschehen zwischen Entsetzen und Mitleid.
Mit Olav
Thorn hatte ich am Anfang meine Probleme, ich fand ihn recht
unsympathisch, vor allem als er den gestressten und geschockten
Busfahrer Holger Lühring vernahm. Trotzdem hat der Autor hier gekonnt
gegen Menschen mit Vorurteilen ausgeteilt, was ich sehr gut fand:
Thorn
fragt Lühring im Verhör: "War das gerade eine Pauschalverurteilung einer
bestimmten Staatsangehörigkeit aufgrund der Haar- und Augenfarbe?" ...
"Viele Drogendealer tragen heutzutage Glatze. Dealen Sie, Herr Lühring?"
(Zitat) Später wurde Olav Thorn mir aber doch noch sympathischer.
Das Buch
ist sehr einfach geschrieben und es wird schnell Spannung aufgebaut,
die sich dann auch durchgehend hält, genauso wie es in einem Thriller
sein soll. Es gibt keine Längen oder viel Gerede, alles wird recht
schnell auf den Punkt gebracht.
Fazit
Eine
sehr simple Idee aus der Frank Kodiak einen schlauen und schnelllebigen
Thriller gemacht hat. Er hat mich nicht komplett umgehauen, aber das
Buch hatte alles, was ein guter Thriller braucht. Ein paar wenige Szenen
sind nichts für schwache Nerven, aber das macht ja auch den Reiz an
solchen Büchern aus. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall sehr gerne an
alle Thriller-Fans weiter.
5/6
Vielen
lieben Dank an den Droemer-Verlag zur Bereitstellung des
Rezensionsexemplares. Es wurden keinerlei Vorgaben gemacht und die
Rezension spiegelt meine eigene Meinung wider.