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11 Mai 2026

Kurzmeinung: Boy Parts

 

Autorin: Eliza Clark

Verlag: Festa

Erschienen: 31.03.2025

Seiten: 368

Genre: Roman / Psychothriller


Klappentext


Irina ist wie besessen: Auf den Straßen Newcastles spürt sie unscheinbare Männer auf, um sie zu fotografieren - schonungslos, in expliziten Posen. Und statt sich um den öden Bürojob und ihre Kunstkarriere zu kümmern, gibt sie sich Drogen, Alkohol und extremen Filmen hin. Als sich in einer Londoner Galerie die Chance einer großen Ausstellung bietet, gerät Irina in einen selbstzerstörerischen Strudel aus Wahn und Gewalt - und reißt ihre beste Freundin sowie den schüchternen Supermarktangestellten, in den sie sich verguckt hat, mit hinab...


Cover: 4/6

Schreibstil: 5/6

Handlung: 2/6

Charaktere: 5/6

Spannung: 1/6

Fesselnd: 2/6


Fazit 


Nachdem mir "Penance" von Eliza Clark gut gefallen hatte musste "Boy Parts" natürlich auch noch gelesen werden. Hier fiel mir der Einstieg allerdings erst mal ein bisschen schwerer. Mir fiel es wirklich schwer zu verstehen, wer die Hauptprotagonistin ist und was sie eigentlich macht. Die Geschichte beginnt irgendwie ziemlich wirr. Und Bücher, in denen man erst mal rumrätselt mit wem man es eigentlich zu tun hat finde ich meistens erst mal nicht so toll.

Gut, irgendwann kommt man dann dahinter, was mit Irina so abgeht und man wird Teil ihrer abgefuckten Welt und von ihrem Leben. Sie ist eine drogensüchtige Soziopathin, absolut selbstsüchtig und herrisch. Das war an sich ganz interessant, aber das Ganze hatte für mich nicht wirklich eine Handlung. Es gab keine Spannung, keine fesselnde Geschichte, die auf irgendwas hinausläuft, worauf man hin fiebern kann. Die endlos langen Kapitel sind eine Aneinanderreihung von Ereignissen aus Irinas Leben. Manchmal geht es seitenweise nur um einen bestimmten Abend, einen Tag, ein Fotoshooting oder etwas aus der Vergangenheit. Dazu kommen oft endlose und ausführliche Dialoge, mal mit mehr, mal mit weniger sinnvollem Inhalt. Vielleicht bin ich beim Lesen ab und zu abgeschweift, aber manchmal wechseln die Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ohne dass ich es bemerkt habe und plötzlich ging es um was anderes. Das passiert, wenn mich ein Buch nicht abholt.

Ich verstehe schon, was die Autorin mit all dem ausdrücken wollte, aber das war eben nicht unterhaltsam, so etwas hat man schon so oft gelesen oder gesehen. Hier hat einfach noch eine zusätzliche Handlung gefehlt, irgendwas, das Spannung reinbringt.

Die Idee war interessant, die Protagonisten sogar sehr authentisch, aber es ist einfach gar nichts überraschendes passiert, zu wenig Handlung, zu viel Gerede und das Ganze schrecklich oberflächlich. Meins war es daher leider nicht.


2/6




06 Januar 2026

Kurzmeinung: Penance

 


 Autorin: Eliza Clark

Verlag: Festa

Erschienen: 11.11.2025

Seiten: 496

Genre: True Crime Thriller


Klappentext


Hast du den Podcast gehört?

Wie sie über sie gelacht haben?

Hast du die Fotos ihrer Leiche gesehen?

Hast du im Netz danach gesucht?


Der grausame Mord ist fast zehn Jahre her: In einer heruntergekommenen Stadt an der Küste von Yorkshire wurde die 16-jährige Joan Wilson am Strand von drei Schulmädchen lebendig verbrannt.

Und nun werden die Ereignisse jener schrecklichen Nacht zum ersten Mal veröffentlicht.

Lies den Bericht des Journalisten Alec Z. Carelli über das Verbrechen und was dazu führte. Lies alle Interviews mit Zeugen und Familienmitgliedern und dazu die erschütternde Korrespondenz mit den Mörderinnen.

Aber wie viel von dieser Geschichte ist wahr?


Cover: 5/6

Schreibstil: 5/6

Handlung: 5/6

Charaktere: 6/6

Spannung: 4/6

Fesselnd: 5/6


Fazit 


Penance ist ein fiktiver True-Crime Roman, deswegen ist das Buch anders wie normale Romane. Es gibt Ausschnitte aus geschmacklosen Podcasts, in denen man sich lächerlich über die verstorbenen und die Mörderinnen macht, dazu langwierige Berichte, detaillierte Beschreibungen über den Mord, Korrespondenz und Interviews mit den Mörderinnen und deren Familien. Es wird beschrieben, welche Auswirkungen Social Media auf die Jugendlichen haben kann und wie ihre Familien versuchen den Mord zu rechtfertigen, aber für Mord gibt es keine Rechtfertigung. Auch die Mutter der ermordeten Joni kommt zu Wort und aus ihrer Sicht ist wiederum alles ganz anders.

Aber welche Wahrheit stimmt oder ist alles nur eine Frage der Wahrnehmung?

Penance ist ein Buch mit einem schwierigen Thema, sehr gut ausgearbeitet und gut aufgebaut. Aber oft ging es mir schon zu sehr ins Detail was die familiären Hintergründe angeht. Natürlich schafft es die Autorin so, dass man mit jedem, auch mit den Mörderinnen, eine emotionale Bindung aufbaut, aber es zog sich deswegen auch etwas und mir fiel es da manchmal schwer am Ball zu bleiben.

Aber insgesamt ist Penance ein Buch, das einen nicht so schnell loslässt, weil es aus harmlosen Dingen heraus eine Situation beschreibt, die irgendwann eskaliert. Dabei spielen äußere Einflüsse eine große Rolle. Und es wird sehr gut darauf aufmerksam gemacht, wie geschmacklos manche Personen mit so einem Mord umgehen. Also ein gekonnter Seitenhieb auf die Gesellschaft, denn so lange es einen nicht selbst betrifft, ist selbst ein Mord ein Thema, das man ins lächerliche ziehen kann.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die mal was anderes lesen wollen und mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik und unbequemen Themen umgehen können.


5/6



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