Autorin: Jennifer Hartmann
Verlag: blush
Erschienen: 15.07.2026
Seiten: 368
Genre: Thriller, Dark Romance, Psychothriller
Als Cora die Geburtstagsparty ihrer Schwester verlässt, erwartet sie höchstens ein schlimmer Kater. Womit sie nicht rechnet, ist ein gestohlenes Portemonnaie und dass ausgerechnet Dean, der unausstehliche Verlobte ihrer Schwester, sie nach Hause fahren muss. Womit sie auch nicht rechnet, ist, nach einem Unfall an Dean gefesselt im Keller eines Fremden aufzuwachen. Cora und Dean müssen sich gemeinsam ihrem schlimmsten Albtraum stellen. Diese traumatische Erfahrung wird ihnen alles abverlangen - sie wird die Grenzen zwischen Hass und Liebe nachhaltig verwischen und sie beide mehr aneinanderbinden, als Ketten es je vermögen...
Inhalt
Cora hasst Dean! Dean ist der Verlobte ihrer Schwester und er lässt keine Gelegenheit aus, um Cora Streiche zu spielen. Natürlich revanchiert Cora sich dafür mit Scherzen, die oft selbst unter die Gürtellinie gehen. Als Cora eines nachts in einer Notsituation ist bleibt ihr nichts anderes übrig, als Dean anzurufen. Und genau in diesem Moment, als beide zusammen sind, wird jemand auf Cora und Dean aufmerksam und entführt sie.
Und plötzlich befinden sie sich in einer grausamen Situation und haben nur noch einander. Sie müssen zusammenhalten um das Grauen zu überstehen. Und als der Feind ihres Feindes ihr einziger Verbündeter ist, spürt Cora, dass sie in all den Jahren in denen sie Dean kannte vielleicht doch falsch gelegen hat. Vielleicht ist Dean gar nicht der, den sie zu kennen glaubte.
Meine Meinung
Ich mag das Cover des Buches sehr gerne und ich finde es toll, dass es so schlicht ist und auch ohne Farbschnitt ein Hingucker ist. Denn dieses Bild passt perfekt zum Buch und sagt ganz viel über die Geschichte aus, genauso wie der Titel, der genauso gut passt.
Diese Geschichte ist dann eine emotionale Achterbahnfahrt und ist vor allem in der ersten Hälfte nur was für Leser, deren Toleranzschwelle sehr hoch ist, denn es gibt hier einiges, was man aushalten muss. Hier gibt es Cora, die zu Beginn schrecklich taff rüberkommt und im Laufe der Geschichte an sich selbst eine neue Seite aufgezwungen bekommt durch die Dinge, die ihr passieren. Und Dean, der ebenfalls eine andere Seite von sich zeigt. Die Entwicklung von beiden Charakteren ist wahnsinnig stark und auch die Ausarbeitung ihrer Gefühle, egal in welcher Situation, fand ich durchgehend gelungen.
Manchmal war es für mich jedoch schwer nachzuvollziehen, wie Cora in der zweiten Buchhälfte agiert. Hierzu kann ich jetzt nicht zu viel verraten, weil ich sonst spoilern würde. Aber ich habe ihre Handlungen nicht immer verstanden, aber das gehörte eben zu Cora und ihrem Charakter dazu.
Die erste Hälfte des Buches war für mich ein Highlight, ich habe es wahnsinnig schnell durchgelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Es ist spannend, fesselnd und wahnsinnig emotional. Die zweite Hälfte wird ruhiger, sie ist einfach anders, immer noch sehr emotional, aber mir hat hier was gefehlt und ich hatte es dann auch mit dem weiterlesen nicht immer ganz so eilig. Vielleicht ist es auch so, dass man die zweite Hälfte weniger stark findet, wenn man die erste Hälfte gut fand und umgekehrt, denn sie sind recht unterschiedlich.
Der Schreibstil von Jennifer Hartmann ist gut. Sie schreibt flüssig, leicht verständlich und kann vor allem das ganze emotionale Chaos von ihren Protagonisten sehr gut ausdrücken.
Fazit
"Still Beating" ist eine sehr besondere Geschichte, so etwas habe ich noch nie gelesen. Eine Mischung aus Dark-Romance und Psychothriller gepaart mit einem sehr starken Drama. Es ist durchgehend eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Liebe, Ekel, Hass und noch vielem anderen Gefühlen, für die Protagonisten genauso wie für den Leser. Denn dank dem guten Schreibstil von Jennifer Hartmann kann man sich in jede Situation von Cora hineinversetzen. Vor allem die erste Buchhälfte hat es in sich und bringt einige bestimmt an ihre Grenzen, was hier beschrieben wird ist nicht für jeden auszuhalten.
Cora und Dean sind sehr starke Hauptprotagonisten. Das Buch wird zu Beginn aus Coras Sicht erzählt, später aus Deans Sicht, was dann aber noch mal wechselt.
Ich weiß nicht mehr ab wann genau, aber es war so ab der zweiten Buchhälfte, da wird die Geschichte sehr ruhig. Manchmal sogar ein bisschen zu ruhig für meinen Geschmack. Aber trotzdem bleibt es fesselnd, denn es gibt noch so viel zu erzählen und aufzuklären im Verlauf des Buches.
Ich fand die Message hinter dem Titel auch richtig gut "Still Beating" - "Es schlägt immer noch". Was es damit auf sich hat wird sehr schön erklärt und gehört zu einem der vielen emotionalen Aspekten in dieser Geschichte.
Auch wenn "Still Beating" teilweise sehr schwere Kost ist könnte ich es mir gut als Film oder Miniserie vorstellen. Für mich war es ein Lesehighlight, obwohl sich die letzten Seiten etwas zogen. Aber die Geschichte von Cora und Dean wurde komplett zu Ende erzählt, es bleiben keine Fragen offen. Es ist eine Geschichte, die einem nach dem Lesen noch lange in Erinnerung bleibt.
6/6